Das Mädchen ohne Name 1

Hallo, ich bin ein 15-Jähriges Mädchen. Wie mein Name ist fragst du dich? Ich hab keinen Namen! Ich existiere innerlich nicht. Darum brauche ich auch keinen Namen. Ich habe eine lange Geschichte hinter mir. Sie fing vor 200 Jahren an! Also im Jahre 2007. Du willst jetzt auch sicher wissen wieso es vor 200 Jahren geschah und ich dies jetzt schreiben kann? Du wirst es im Laufe der Geschichte herausfinden.

Bis zu meinem Vierzehnten Lebensjahr war noch alles in Ordnung. Aber als ich dann anfing zu lieben ging alles schief. Ich lernte ihn kennen und liebte ihn so sehr. Er war meine erste Liebe. Aber auch meine große Liebe. Ich liebte ihn so sehr. Ich dachte immer, dass er mich geliebt hat. Aber denken ist nicht wissen. Nach einem ganzen Jahr bekam ich dann die große Enttäuschung. Er hat mich nie geliebt sondern nur verarscht. Mit anderen Mädels rum gemacht und das volle Programm. Ich sah es sogar mit eigenen Augen. Als ich dann zu ihm ging und ihn drauf ansprechen wollte sagte er:,, Verpiss dich, kleine. Siehst du nicht, dass ich beschäftigt bin? ...Nun los! Geh schon!“ Ich lief mit Tränen in den Augen fort. Ich konnte es nicht glauben. Der Typ den ich liebte war ein Arschloch. Er hatte mich nur verarscht. Aber wieso musste mir das passieren? Wieso merkte ich das nach einem Jahr nicht? Ich liebte zum ersten Mal einen Menschen. Aber er liebte mich nicht.

Ich saß drei Tage zuhause. Habe gegessen und mir den Finger in den Hals gesteckt. Es musste alles wieder raus. Ich habe schon 5 kg abgenommen. Darauf war ich auch stolz. Aber es musste noch mehr runter. Meine Mutter wusste nicht was mit mir los war. Sie wusste nicht das das Arschloch mich nur verarscht hatte, dass ich jeden Tag alles wieder auskotze. Sie wusste von alle dem gar nichts.

Als ich am vierten Tag Duschen war und meine Beine rasierte schnitt ich mich ohne Absicht ins Bein. Aber dieser Schnitt war wie eine Befreiung. Ich baute meinen Rasierer auseinander und holte die Klingen raus. Ich schnitt mich währenddessen noch öfter in den Finger. Aber das war nur ein Ansporn weiter zu machen. Ich hatte nun die Klingen in meiner Hand und wagte den ersten gewollten Schnitt in meinen Arm! Es tat weh! Aber es tat auch gleichzeitig gut den ganzen Schmerz raus zu lassen. Ich Schnitt noch einmal. Dann klopfte es an der Badezimmertür. Es war meine Mutter. Nun kam der Schock! Was sollte ich nun tun? Es blutete doch so stark. Ich sagte meiner Mutter nur das ich gleich komme. Aus einem gleich wurde eine halbe Stunde. Ich musste einfach noch einmal Schneiden. Es blutete diesmal nicht so Stark wie bei den anderen beiden Schnitten. Ich suchte im Bad nach einem Verband. Um Glück fand ich einen. Ich band ihn mir um und zog mir lange Sachen an. Es war so warm draußen. Es musste doch noch eine andere Möglichkeit geben. Ich überlegte lange Zeit in meinem Zimmer. Ich beschloss erstmal meine Freundin anzurufen. Sie kam zu mir und wir redeten über viele Dinge. Über das Arschloch und über meine Schnitte. Dann viel das Wort Emo (Bezeichnung für Emotionale Menschen) in den Raum! Eigentlich fanden wir sie ja ganz süß. Also die männlichen. Aber einer zu werden kam für uns eigentlich nicht in Frage. Wir wussten auch nicht wirklich was ein Emo ist. Wir suchten in Wikipedia und es kam dies bei raus:

Emo (emotional Hardcore) bezeichnet ursprünglich ein Subgenre des Hardcore -Punk, auch Emocore genannt, das sich durch das stärkere Betonen von Gefühlen wie Verzweiflung und Trauer sowie durch die Beschäftigung mit persönlichen Themen wie Liebe und Freundschaft auszeichnet.

Viel mehr wussten wir über die Emos jetzt auch nicht. Aber ein bisschen weiter waren wir. Wir googelten auch. Sahen Bilder von Emos und wollten auch so aussehn. Das hörte sich sehr komisch an. Aber uns gefiel dieser Style.

Wir gingen noch am selben Tag in die Stadt shoppen. Ich kaufte mir Armstulpen um meine Schnitte zu verdecken. Eine Schwarze Röhrenjeans holte ich mir auch noch um dem Emostyle etwas näher zukommen. Wir fanden es etwas Wannebe (anderes Wort für: Möchtegern) was wir da machten. Aber es machte auch spaß.

Auch wenn ich viel mit meiner Freundin gelacht hatte war ich nicht glücklich. Es sah vielleicht von außen so aus aber innerlich war ich tot. Der Schmerz saß immer noch so tief wie am ersten Tag. Ich konnte es auch nicht nach 4 Tagen glauben. Ich liebte ihn doch so sehr.

Mittlerweile vergingen Wochen und ich hatte immer noch den Schmerz in mir. Dieser Schmerz wollte einfach nicht weggehen. Ich schnitt mich immer mehr. Meine Mutter hatte es noch nicht gesehen. Sie sollte es auch nicht sehen. Es wäre nur unnötiger Schmerz für sie gewesen.

4.12.07 21:20

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